Klappentext:
Was wäre, wenn Sie gerichtlich bestellter Gutachter mit dem Auftrag wären, die Verhandlungsfähigkeit eines ehemaligen SS-Mannes festzustellen, der inzwischen hochbetagt ist und in einem Pflegeheim lebt? Wie begegnen Sie diesem Greis, gegen den die Indizienlage erdrückend ist, der Ihnen nun ebenso zerbrechlich und hilflos wie offen und freundlich gegenübersitzt? Spüren Sie die Blicke seiner Opfer im Nacken? Geraten Sie in Versuchung, Ihren Auftrag tendenziös auszuüben, damit eine lange zurückliegende Schuld endlich gerichtlich geahndet werden kann? Werden Sie die Würde jemandes wahren, der die Würde anderer hundertfach und mehr mit Füßen getreten hat? Kurzum: Werden Sie es schaffen, Ihren Auftrag korrekt zu erledigen? Das sind die Fragen, vor denen der Psychologe Auer steht, der Ernst Escher, ehemaligen Scharführer der Waffen-SS, zu begutachten hat.

Über die Autorin (Quelle: Kirsten Wilczek.com):
Kirsten Martha Wilczek ist in Viersen geboren, wo sie heute wieder lebt und als Anwältin arbeitet. Sie schreibt neben dem Beruf kurze Kriminalgeschichten. 2008 belegte sie zusammen mit Zsuzsa Bánk und Sabine Trinkaus dem ersten Platz beim Internationalen Kurzgeschichten-Wettbewerb der Stadt Mannheim.

Persönlicher Eindruck:
Die Kürze der Geschichte lässt nicht viel Raum, die Figuren zu entwickeln, aber es ist auch nicht nötig, dabei ins Detail zu gehen. Die Handlung, aus der Sicht des Gutachters erzählt, spricht für sich, und es gelingt der Autorin, das Dilemma des Protagonisten gut herauszuarbeiten. Eine Antwort auf die Kernfrage will sie nicht geben, sie überlässt es dem Leser, sich sein Urteil zu bilden. Alles in allem eine gelungene, trotz der Kürze spannende Auseinandersetzung mit einer Frage, die aktuell immer wieder diskutiert wird.

Fazit:
Kurze und eindringliche Betrachtung einer aktuellen Frage.


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