Klappentext:
Eine merkwürdige Entdeckung bei der Restaurierung der Sixtinischen Kapelle beunruhigt die Gemüter: Einzelne Bildfelder sind mit Buchstaben versehen, deren Abfolge keinen Sinn ergibt. Auf der Suche nach einer Erklärung stößt Kardinal Jellinek, Präfekt der Glaubenskongregation, in den Geheimarchiven des Vatikans auf ein Dokument, das die Lehre der Kirche in ihren Grundfesten zu erschüttern droht. Ist dies die späte Rache des Michelangelo an Gottes Stellvertreter?

Über den Autor (Quelle: Wikipedia):
Philipp Vandenberg, eigentlich Klaus Dieter Hartel, wurde 1941 in Breslau geboren. Er legte das Abitur an einem altsprachlichen Gymnasium ab und studierte Kunstgeschichte und Germanistik. Nach Tätigkeiten für diverse Zeitungen und Zeitschriften ist er seit 1976 unter seinem Künstlernamen als freier Schriftsteller tätig. Seine Schwerpunkte sind archäologische Sachbücher sowie historische und Kriminalromane. Seine Bücher wurden in 34 Sprachen übersetzt. Vandenberg lebt mit seiner Frau in Oberbayern.

Persönlicher Eindruck:
Sixtinische Verschwörung ist ein vielschichtiger Kriminalroman vor der Kulisse das Vatikans. Philipp Vandenberg bettet die fiktive Handlung in eine detailliert beschriebene reale Umgebung und historische Ereignisse ein. Dieser Detailreichtum ist, auch wenn es paradox klingt, Stärke und Schwäche des Romans zugleich, Stärke wegen des umfassenden Bildes und der genauen Vorstellung, die er vermittelt, Schwäche, weil es kaum möglich ist, den Überblick zu bewahren.
Auf den ersten 100 Seiten habe ich mehr als einmal überlegt, abzubrechen. Das hat weniger mit der Handlung zu tun, obwohl die hier auch noch eher gemächlich ist, als vielmehr mit dem Schreibstil. Einerseits schreibt Vandenberg über weite Strecken in der Art eines Sitzungsprotokolls, andererseits überfrachtet er den Text mit italienischen und lateinischen Floskeln und Zitaten. Die werden zwar alle in einem Anhang übersetzt, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Leser, der wirklich alles nachschlagen muss, da nicht die Lust verliert. Dass die unzähligen Päpste, die in dem Buch Erwähnung finden, mal mit dem deutschen, mal mit dem italienischen Namen genannt werden, sorgt noch zusätzlich für Verwirrung.
In der zweiten Hälfte nimmt die Geschichte dann endlich Fahrt auf. Der Fokus liegt auf der Handlung, der Schreibstil ist ein völlig anderer, der sich hervorragend lesen lässt. Man spürt, dass Kardinal Jellinek der Lösung ganz nah ist, und fiebert mit ihm. Dieser Teil ist, auch mit der überraschenden Wendung, rundum gelungen. Stark ist auch der Abschluss der kurzen Rahmenhandlung.

Fazit:
Insgesamt starke Geschichte, aber unglückliche Umsetzung in der ersten Hälfte und für Leser ohne Vorkenntnisse wahrscheinlich kein empfehlenswerter Einstieg.


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