[Rezension] Cees Nooteboom - Schiffstagebuch

R.Bote

Buchschaffender
Klappentext:
In seinem neuen Buch begibt sich Cees Nooteboom – wieder – auf Reisen. Es sind Schiffsreisen, die er unternimmt, und schnell wird der Leser merken: Wer mit dem Schiff reist, reist anders. Die Langsamkeit des Schiffs überträgt sich auf die Wahrnehmung des Reisenden und führt zu einer ganz eigenen Art der Aufzeichnung. Nooteboom, der in den späten fünfziger Jahren als Leichtmatrose auf einer Fahrt in die Karibik anheuerte und seitdem Reiseberichte zu einer angesehenen literarischen Gattung entfaltet hat, nimmt den Leser in seinem neuen Buch mit auf Fahrt in zahlreiche reale, aber natürlich auch literarische und philosophische Gegenden unserer Welt.
Es geht von Mauritius und Réunion nach Südafrika, über Kap Horn nach Montevideo und über Argentinien bis nach Bolivien. Andere Reisen führen ihn in die nördlichste und in die südlichste Stadt auf der Erde, nach Indien und nach Australien.
Dieses mit zahlreichen Fotos von Simone Sassen ausgestattete "Schiffstagebuch" läßt den Leser die Welt mit den Augen von Cees Nooteboom sehen – seine Reiseberichte zeugen von Erfahrung und Neugier, und sie führen uns an Orte, die wir so nie sehen würden.

Über den Autor (Quelle: Wikipedia):
Cees Nooteboom (1933 - 2026) war ein niederländischer Schriftsteller, Journalist und Literaturkritiker. Nach abgebrochener Schule und Gelegenheitsarbeiten begann er 1953, Europa zu bereisen. Aus den Eindrücken entstand sein erster Roman, der ihn in den Niederlanden bekannt machte. In den 60er und 70er Jahren wurde er vor allem durch Reiseberichte weiter bekannt, obwohl er sich selbst eher als Lyriker verstand. Beides waren auch die Ressorts, die er als Journalist bearbeitete. In den 80ern schließlich machte er sich einen Namen als Erzähler, auch über sein Heimatland hinaus. Er wurde vielfach geehrt und mit Preisen ausgezeichnet.

Persönlicher Eindruck:
Der Autor beschreibt seine Reisen in verschiedenen Regionen der Welt und längst nicht nur zu Schiff. Als Basis dienen ihm seine Tagebuchaufzeichnungen, die er teils auch wörtlich zitiert. Er sah sich selbst jedoch eher als Lyriker denn als Reiseschriftsteller. Dazu passen die teils philosophischen Betrachtungen und der Schreibstil, der allerdings vielfach gehetzt wirkt. Immer wieder verknüpft er Orte und Begebenheiten mit anderen Schriftstellern, streut auch mitunter sehr ausführliche Zitate in verschiedenen Sprachen ein, zu denen aber oft eine Übersetzung oder inhaltliche Zusammenfassung fehlt. Bei einigen Beschreibungen von Personen und historischen Ereignissen finde ich die Wortwahl unpassend. Der Text ist mit Schwarzweißfotos illustriert. Eine technische Schwäche zumindest der E-Book-Ausgabe, die ich gelesen habe, ist die gewählte Schriftart, die von Hause aus kursiv ist.

Fazit:
Lyrische Reiseberichte, für mich persönlich nicht das Wahre.
 
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