[Rezension] Jean-Christophe Grangé - Im Wald der stummen Schreie

R.Bote

Buchschaffender
Klappentext:
Die Untersuchungsrichterin Jeanne Korowa übernimmt den Fall einer grausamen Mordserie: Drei Frauen wurden brutal ausgeweidet, ihre Leichen makaber in Szene gesetzt und Teile ihrer Körper offenbar vom Täter verspeist. Bei ihren Ermittlungen stößt Jeanne auf einen besorgten Vater, der vom seltsamen Verhalten seines autistischen Sohnes berichtet. Kann der junge Mann der Täter sein? Die Suche nach der Wahrheit führt Jeanne bis in den Dschungel Argentiniens - und dort werden ihre schlimmsten Albträume Wirklichkeit ...

Autismus, archaisches Grauen und die Frage danach, was den Menschen ausmacht - In "Im Wald der stummen Schreie" verwebt der französische Bestseller-Autor Jean-Christophe Grangé Fakten und Fiktion zu einem erschreckend realen Thriller.

Über den Autor (Quelle: Wikipedia):
Jean-Christophe Grangé (1961) ist ein französischer Schriftsteller, Drehbuchautor und freier Journalist. Er ist für verschiedene Magazine, auch außerhalb Frankreichs, tätig, sein erster Roman erschien 1994 und verhalf ihm auf Anhieb zum Durchbruch. Grangé ist verheiratet und dreifacher Vater. Er lebt in seiner Geburtsstadt Paris.

Persönlicher Eindruck:
Ich bin auf das Buch gestoßen, weil ich im Rahmen einer selbst gestellten Challenge nach einem Buch gesucht habe, das in Argentinien spielt. Der Auftakt war nicht sehr vielversprechend, die Protagonistin kommt, obwohl noch ziemlich jung, wie die typische abgewrackte Ermittlerin rüber, deren Leben mehr offene Baustellen hat als eine durchschnittliche deutsche Großstadt. Dass sie ihre amtlichen Befugnisse für private Interessen und privateste Dinge anderer Menschen zu ihrer persönlichen Erbauung nutzt, macht es nicht besser. Was dieses Vorgeplänkel betrifft, wäre für mich weniger eindeutig mehr gewesen.
Spannend wird es, sobald eine Mordserie die ganze Konzentration der Protagonistin fordert. Die Hintergründe der Morde sind vielschichtig, psychische Besonderheiten und historische Traumata ganzer Nationen werden geschickt verwoben. Ich zolle dem Autor Respekt, der es geschafft hat, sich die entscheidende Wendung bei 516 Seiten bis kurz vor Seite 500 aufzuheben, ohne dass der Rest dann abgehackt wird. Die Reise der Protagonistin kreuz und quer durch Mittel- und Südamerika ist packend geschildert.
"Abgehackt" ist allerdings auch in anderer Hinsicht ein wichtiges Stichwort: Die Morde folgen einem Ritual, bei dem vorsichtig gesagt alles zum Vorschein kommt, was sich aus einem menschlichen Körper herausholen lässt. Selbst gemessen an den Maßstäben des Genres ist das überaus brutal, wenn auch angesichts der erzählten Handlung unvermeidbar.

Fazit:
Nach lauem Auftakt spannend, aber selbst für das Genre sehr blutig.
 
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