Seit Jahren schon wird in Fernsehen und Zeitungen darüber berichtet, das im Bereich Zustellung von Paketen und deren grundsätzlicher Logistik ein zunehmender Arbeitsdruck zu Lasten der Niedriglöhner herrscht.
Wenn also erst ein aktueller Bericht dazu führt, dass man sich informiert, erstaunt es mich schon einwenig, wie sehr man zuvor die Augen verschlossen hat.
Zumal die Versandhändler insgesamt in den letzten Jahren ja rasant an Umsatz dazugewonnen haben.
Merkwürdig, während z.B. zalando Zuwächse verzeichnet, versucht man die gleiche Logistik bei Amazon zu verteufeln. Was ändert sich denn wirklich, wenn ich mein Buch via Versand zukünftig nicht mehr bei Amazon bestelle, sondern bei z.B. Thalia o.ä. Anbieter?
Es geht mir nicht darum, Entscheidungen Einzelner hier anzugreifen. Mir geht es darum, dass die Rechtfertigung, nicht mehr bei Amazon zu kaufen, an den Haaren herbeigezogen scheint.
Würde man sagen, dieser Bericht hat dazu angeregt, seine Kaufgewohnheit in Sachen Versandhandel zu überdenken und anzupassen, würde ich dass recht kommentarlos hinnehmen. Und begrüssen.
Wenn aber bei Amazon die Logistik- und Versandabteilung angeprangert wird, um dann auf einen Anbieter zu wechseln, der im Grunde die gleichen Bedingungen bietet (hinsichtlich Arbeitnehmer), kann ich den logischen Schluss aus dieser Entscheidung nicht nachvollziehen. Weil sich einfach am Effekt der schlechten Behandlung der Mitarbeiter nichts ändern wird, Es wird nichts verhindert, sondern nur verlagert.
Es geht nicht um den Entschluss, Amazon zu boykottieren, sondern um die Art und Weise, wie man dieses nach aussen rechtfertigt. Und wenn da jemand sagt, er hätte sich umfassend informiert oder er mache dieses, weil er die Arbeiterausbeutung verhindern will, kann ich dieses einfach nur bedingt glauben.