Umfrage: Amazon rutscht in der Beliebtheit ab

G

gast

Guest
Ja das ist aber mal eine intensive Beschäftigung mit einem Anbieter, 45 Minuten Dokumentation!


Wenn man sich wirklich beschäftigt hätte, würde einem aber auch auffallen, dass es gerade im Niedriglohnsektor bzw. dem Bereich der weniger qualifiziert beschäftigten viel schlimmerte, bewiesene und langfristig praktizierte Beispiele gibt.


Um nich nicht falsch zu verstehen: auch ich finde die Ausbeutung von abhängigen Arbeitnehmern nicht gut und jedes Unternehmen sollte da klar bei Namen genannt werden.


Aber die Frage ist/war, ob Boykott eine Lösung ist. Eine, die ernstzunehmen ist oder einfach nur eine derzeitige Befindlichkeitmeldung darstellt.


Denn es zeigt ja auch eines: der Käufer ist in erster Linie erstmal ein oberflächlicher Nutzer.. Sieht er auch nur den kleinsten persönlichen Vorteil, greift er ohne weiter zu fragen zu. Fällt auch nur der kleinste Schatten auf, macht er auf klugen Denker und Menschenfreund.


Er sieht nur einen kleinen Ausschnitt und bewertet diesen. Es wird nicht mehr dananch geschaut, wie sich dieser Ausschnitt zum Ganzen verhält.


Und auf einmal auf Wettbewerber ausweichet, die bei Licht betrachtet keinen Deut besser sind. Im Gegenteil, diese haben meist schon seit Jahrzehnten eindrucksvoll bewiesen, dass weder der Kunde, noch ein Mitarbeiter wirklich im Vordergrund steht.


Soviel also zum Thema, sich mit irgendetwas beschäftigen.
Das heisst also im Klartext, nicht Veränderung ist gewünscht, sondern ein reines Gewissen.
 

Krimimimi

New member
Ja das ist aber mal eine intensive Beschäftigung mit einem Anbieter, 45 Minuten Dokumentation!.

Ich habe mir nach dem Fernsehbericht noch weitere Informationen über Amazon besorgt und gelesen, z.B über den Firmensitz in Luxemburg aus Steuergründen oder der Umgang mit Händlern, die über die Amazon- Plattform verkaufen.
Somit habe ich mich weitaus mehr als 45 Minuten mit Amazon beschäftigt.
 
G

gast

Guest
Seit Jahren schon wird in Fernsehen und Zeitungen darüber berichtet, das im Bereich Zustellung von Paketen und deren grundsätzlicher Logistik ein zunehmender Arbeitsdruck zu Lasten der Niedriglöhner herrscht.


Wenn also erst ein aktueller Bericht dazu führt, dass man sich informiert, erstaunt es mich schon einwenig, wie sehr man zuvor die Augen verschlossen hat.
Zumal die Versandhändler insgesamt in den letzten Jahren ja rasant an Umsatz dazugewonnen haben.


Merkwürdig, während z.B. zalando Zuwächse verzeichnet, versucht man die gleiche Logistik bei Amazon zu verteufeln. Was ändert sich denn wirklich, wenn ich mein Buch via Versand zukünftig nicht mehr bei Amazon bestelle, sondern bei z.B. Thalia o.ä. Anbieter?


Es geht mir nicht darum, Entscheidungen Einzelner hier anzugreifen. Mir geht es darum, dass die Rechtfertigung, nicht mehr bei Amazon zu kaufen, an den Haaren herbeigezogen scheint.
Würde man sagen, dieser Bericht hat dazu angeregt, seine Kaufgewohnheit in Sachen Versandhandel zu überdenken und anzupassen, würde ich dass recht kommentarlos hinnehmen. Und begrüssen.


Wenn aber bei Amazon die Logistik- und Versandabteilung angeprangert wird, um dann auf einen Anbieter zu wechseln, der im Grunde die gleichen Bedingungen bietet (hinsichtlich Arbeitnehmer), kann ich den logischen Schluss aus dieser Entscheidung nicht nachvollziehen. Weil sich einfach am Effekt der schlechten Behandlung der Mitarbeiter nichts ändern wird, Es wird nichts verhindert, sondern nur verlagert.


Es geht nicht um den Entschluss, Amazon zu boykottieren, sondern um die Art und Weise, wie man dieses nach aussen rechtfertigt. Und wenn da jemand sagt, er hätte sich umfassend informiert oder er mache dieses, weil er die Arbeiterausbeutung verhindern will, kann ich dieses einfach nur bedingt glauben.
 
D

Dirk

Guest
Seit Jahren schon wird in Fernsehen und Zeitungen darüber berichtet, ...
...
...
...

Sie argumentieren im gerückt Immginären:


- "erst ein aktueller Bericht dazu führt, dass man sich informiert,"
- "wie sehr man zuvor die Augen verschlossen hat"
- "versucht man die gleiche Logistik bei Amazon zu verteufeln"
- "Würde man sagen..."
- "wie man dieses nach aussen rechtfertigt"
- "Und wenn da jemand sagt, er hätte"


Man man man, ☺


Wo es keine Prämissen, prinzipielle Postulate gibt,
da gibt es keine zufriedenstellende Antworten, gelle.


Ich hab da auch noch was äquivalentes:
Es fällt auf, wenn "man" über Dinge redet, die "man" nicht versteht.
 
A

Amriz

Guest
Amazon wird schon nicht pleite gehen, in vier Wochen ist der Hype vorbei und alles bei altem. Natürlich hoffe ich, dass Verdi Erfolg haben wird und es ist mir egal, wenn die Sachen dadurch um 10 Prozent teurer werden. Was wir an dieser Stelle sparen zahlen wir auf der anderen Seite als ALG-II-Zuschüsse und so weiter.
 
D

Dirk

Guest
Amazon wird schon nicht pleite gehen, in vier Wochen ist der Hype vorbei und alles bei altem. Natürlich hoffe ich, dass Verdi Erfolg haben wird und es ist mir egal, wenn die Sachen dadurch um 10 Prozent teurer werden. Was wir an dieser Stelle sparen zahlen wir auf der anderen Seite als ALG-II-Zuschüsse und so weiter.

Ja, so ist das meistens mit Hypes.


Wobei die ALG-II-Zuschüsse von der Gemeinschaft, dem Steuerzahler in Deutschland bezahlt werden. Amazon gehört nicht dazu!
Amazon nutzt nur das rechtliche System und die hiesige Infrastruktur (Verkehrswege, Jobcenter...). Gewinn wird im jeweiligen Markt generiert, rudimentäre Steuern woanders entrichtet.


Schön war auch die Anstellung von Saisonarbeitern mit vorgeschaltetem Praktikum. Diese eingestellten, arbeitslose "Praktikanten" wurden für Amazon zeitweise in nicht kleinem Umfang vom Steuerzahler finanziert, (Amazon verstand sich diesbezüglich mit den Jobcentern zeitweise ganz gut).


Da erscheinen die organisierten "Kaffeefahrten" der Wanderarbeiter über Europas Straßen gleich in einem "versöhnlichem" Licht.
 

Lillian

New member
Also mein Kaufverhalten wurde durch die Reportage nicht beeinflusst. Bücher kaufe ich entweder beim Händler um die Ecke oder bei Thalia (wenns englische sind, die mein Händler nicht hat) oder als gebrauchte von Privatverkäufern bei Ebay. Bei allen anderen Online-Käufen verteilt es sich auf Amazon, Ebay, direkt beim Hersteller... Die in der Reportage gezeigten Verhältnisse dürften ja bei allen großen Versendern ähnlich sein.
 
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